Energieholz - Ein neuer Sektor in der Forstwirtschaft

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Kurzumtriebsplantagen

Energiewälder, auch  Kurzumtriebsplantagen (KUP) genannt, sind Anpflanzungen mit in der Jugend raschwüchsigen Baumarten zur Erzeugung von Hackschnitzeln.
Diese Plantagen werden in der Regel auf landwirtschaftlich genutzten Flächen begründet. Ebenso auf ehemaligen Halden oder ungenutztem Ödland ist eine Begründung grundsätzlich möglich. Doch auch hier gilt der Grundsatz: Ein guter Boden bringt einen guten Ertrag!
Bei den dabei am häufigsten verwendeten Hölzern handelt es sich um Kreuzungen verschiedener Pappelarten, sogenannter Pappelhybride. Desweiteren finden Weiden und Robinien Verwendung in Energiewäldern. Die gängigste Art der Begründung wird mit Stecklingen vorgenommen, die Verwendung wurzelnackter Pflanzen ist ebenfalls möglich.

Begründung

Zu beachtende Kriterien vor Begründung einer KUP:
Die Abfolge der Maßnahmen zur Begründung einer KUP ist in der Regel wie folgt:

Erträge

Durchschnittliche Ertragserwartungen liegen nach bisherigen Erfahrungen bei 8-10 t atro (trocken) pro Hektar und Jahr. Dies entspricht in etwa einer Menge an Heizöl von ca. 4.000 Litern.
Eine Nutzung der Kultur nach der ersten Begründung ist nach derzeitigem Wissensstand über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren möglich.

Ernte

Die Ernte dieser Flächen erfolgt für gewöhnlich alle drei bis vier Jahre, jedoch max. nach zehn Jahren (BayWaldG).
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Ernte einer KUP, von der reinen händischen Aufarbeitung mit Motorsäge und handbeschicktem Hacker bis hin zu hochmechanisierten Ernteverfahren mit Gehölzmähhäckslern. Dabei nehmen die Kosten der Erntemaßnahme mit zunehmendem Mechanisierungsgrad drastisch ab.
Bester Erntezeitpunkt ist außerhalb der Vegetationszeit, also im Januar oder Februar, da zu diesem Zeitpunkt die geringste Feuchtigkeit im Holz vorherrscht (ca.50%). Falls die erzeugten Hackschnitzel für eine kleinere Anlage bestimmt sind, empfiehlt sich ein sog. gebrochenes Arbeitsverfahren. Dabei erfolgt die Ernte der Energiehölzer in den Wintermonaten mit anschließender Zwischenlagerung. Das Hacken erfolgt dann im ausgehenden Sommer; so nimmt der Wassergehalt der erzeugten Hackschnitzel auf etwa 20-25% ab.

Wiederherstellung der Fläche

Falls nach einer bestimmten Zeit eine erneute landwirtschaftliche Nutzung der Fläche angestrebt wird, ist dies ohne weiteres möglich.

Weiterführende Informationen

finden Sie in den Merkblättern der LWF Bayern:
LWF Merkblatt Nr. 19 - Anbau von Energiewäldern
LWF Merkblatt Nr. 12 - Der Energieinhalt von Holz und seine Bewertung